Alkoholabhängigkeit genetisch bedingt?

29.05.06 22:00 #1
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Alkoholabhängigkeit genetisch bedingt?
Männlich Bodo
Zitat von Sine Beitrag anzeigen
( Wir hatten hier im Forum sogar das beispiel einer Frau, die von harten Drogen und Zigaretten wegkam, dafür bei den Nikotinkaugummis hängenblieb.)
Schade, dass Kaba ausgestiegen ist. Wäre schön, wenn sie mal wieder käme!

Zitat von Sine Beitrag anzeigen
Nun möchte ich dich bitten, dir zu überlegen, ob Schokolade und Essen allgemein WIRKLICH den selben Stellenwert hatten, als du noch in grösseren Mengen Alkohol konsumiert hast oder geraucht hast.
Wenn dem so ist, brauchen wir die AS: Anonyme Schokoladen-Süchtige.
Da würde ich dann gern Mäuschen spielen; es ergäben sich sicherlich interessante Gespräche.


Viele Grüße, Bodo

Alkoholabhängigkeit genetisch bedingt?

Salima ist offline
Beiträge: 1.062
Seit: 10.02.08
Zitat von Rosenheimer Beitrag anzeigen
Ich denke die Gene haben schon einen Einfluß darauf, denn wie gesagt, der eine kann 10-15 Jahre lang Alk reinschütten, ohne daß er dann irgenwann auch nur die geringste Alk-Abhängigkeit entwickelt hat,...

Und was ist das dann, wenn man sich 10-15 Jahre lang Alk reinschüttet?

Das sind doch die Leute, die ein Problem damit haben, es aber nicht zugeben...
sorry.. der Satz ist mir jetzt grad so in die Quere gekommen...
__________________
lg, Salima

Bei Alkoholsucht kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich aufhören möchte zu trinken, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrumente, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
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Alkoholabhängigkeit genetisch bedingt?

Rosenheimer ist offline
Beiträge: 634
Seit: 19.08.08
Zitat von Salima Beitrag anzeigen
Und was ist das dann, wenn man sich 10-15 Jahre lang Alk reinschüttet?

Das sind doch die Leute, die ein Problem damit haben, es aber nicht zugeben...
sorry.. der Satz ist mir jetzt grad so in die Quere gekommen...
Naja, die Bemerkung würde Sinn machen, wenn ich es nicht aus freien Stücken so "deutlich" geschrieben hätte.

Ich bin natürlich nicht dauernd besoffen herumgetaumelt, aber ich habe wenn ich mit den Freunden und Freundinnen unterwegs war, eine ganze Menge getrunken. Und wir waren oft unterwegs. Wir waren keine Kampfsäufer, so wie es sie heute gibt, aber wir habe eben auch jederzeit ne Flasche Whisky am Abend ausgelehrt, wenn wir irgendwo unterwegs waren. Und habe die auch locker ohne Probleme weggesteckt. Oder am Abend 10 Pils und ne halbe Flasche Apfelkorn. Alles war möglich, und man überlegte nicht ob das vielleicht ungesund sein könnte

Ich hatte auch noch andere Hobbys, also Alk war nicht der Tagesinhalt. Ich war auch Rettungsschwimmer, oder auf Schnee genauso wie auf Wasser mit den Ski unterwegs, oder auch ein guter Taucher. Also der Alk war nicht mein Leben. Aber er gehörte eigentlich Täglich spätestens am Abend irgendwie dazu. Da gabs auch Zuhause oft Whisky Cola, Cola Rum. Besonders wenn Freunde zu Besuch waren. Aber genauso auch Milch pur, Fruchtmilch, Kaba. Bei der Arbeit gabs am Tag Kaffee bis zum abwinken, und am Abend wenn wir besprochen haben, wie weit jeder mit seinem Entwicklungsauftrag ist, kam der Whisky auf den Tisch. Es war ein eher lockerer Umgang mit dem Alk.

Ja, und als dann Familie, also Frau und Kind angesagt war, hatte ich eben andere Pläne, und in diesen Plänen kam jeden Tag durch die Lokale ziehen nicht mehr vor. Da sind wir dann lieber am Wochenende an unsere Bayrischen Seen gefahren, oder in die Berge, ja und Alk war da einfach nicht mehr gefragt. Das war ohne jeden Zwang, einfach weil es nicht mehr zum Leben gehörte. Unter der Woche hatten wir nach der Arbeit andere „Sinnvolle“ Beschäftigungen . Und am Wochenende in Gesellschaft zu einem guten Abendessen gabs natürlich weiterhin auch mal einen guten Wein, oder auch ein paar Bierchen. Was bis heute auch so geblieben ist. Ich denke ich habe auch die Verantwortung für diese kleine Famlie sehr genau genommen. Wir haben auch fast nie unsere Tocher bei Omas und Opas geparkt nur um ausgehen zu können. Die Famlie war dann einfach mein neues Leben.

Jedenfalls hatte und habe ich zu keinem Zeitpunkt irgend welche Entzugserscheinungen, und das kommt mir besonders im Rückblick seltsam vor. Das kann in meinen Augen nur heißen, daß zur Alk-Sucht mehr gehört als 10-15 Jahre täglich Alkohol.

Franz

Geändert von Rosenheimer (10.10.08 um 22:53 Uhr)

Alkoholabhängigkeit genetisch bedingt?

Hexe ist offline
Beiträge: 3.844
Seit: 13.07.07
Hallo Franz,

Jedenfalls hatte und habe ich zu keinem Zeitpunkt irgend welche Entzugserscheinungen, und das kommt mir besonders im Rückblick seltsam vor. Das kann in meinen Augen nur heißen, daß zur Alk-Sucht mehr gehört als 10-15 Jahre täglich Alkohol.
Ja, das kann schon sein.
Aber selbst wenn es so ist, wer weiss schon vorher ob er zur Alkohol-Sucht neigt oder nicht?
Jeder der so trinkt wie du es beschreibst der tut sich einiges an.
1. körperliche Probleme mit so viel Alkohol gibt es in jedem Fall früher oder später, auch wenn es nicht zur Sucht kommt.
2. Es kann zur Sucht kommen, und die schleicht sich ja ein, keiner ist von heute auf morgen süchtig.

Warum tut man sich das an, sich und seinem Körper? Warum, wenn man nicht süchtig ist?
Warum muss man eine ganze Flasche Wodka trinken, sich ab und zu zudröhnen wenn man mit den Kumpels unterwegs ist? Damit meine ich nicht gerade dich, das frage ich so allgemein in die Runde.
die Menschen die mit solch einem Betrunkenen in dem Moment zu tun haben und selber noch nüchtern sind, die finden das oft gar nicht so lustig, es ist oft widerlich und abschreckend.

Ich kenne auch Menschen die so trinken wie du es beschreibst. Und sie sagen sie können durchaus jederzeit auf Alkohol verzichten.
Und sie saufen doch bei jeder Party. Sonst ist es irgendwie fad, sagen sie. Ich frage: lass es einfach mal für sagen wir ein Jahr sein?
Die Antwort: klar, kein Problem, mir macht das nichts. Ich habe doch vor kurzem mal für 4 Wochen gar nicht getrunken, war mir egal, hatte keine Probleme damit.
Warum sollte ich für ein Jahr aufhören? Will ich nicht.

Für mich ist da dann klar: auch bei ihm ist das eine Sucht.

liebe grüße von hexe

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Männlich Bodo
Zitat von Hexe Beitrag anzeigen
Die Antwort: klar, kein Problem, mir macht das nichts. Ich habe doch vor kurzem mal für 4 Wochen gar nicht getrunken, war mir egal, hatte keine Probleme damit.
Warum sollte ich für ein Jahr aufhören? Will ich nicht.

Für mich ist da dann klar: auch bei ihm ist das eine Sucht.
Das sind die Quartalssäufer, auch hier handelt es sich per Definition um Alkoholismus.


Grüße, Bodo

Alkoholabhängigkeit genetisch bedingt?

Rosenheimer ist offline
Beiträge: 634
Seit: 19.08.08
Ich habe auch einen in der Nachbarschaft, der jeden Tag schon am Morgen bei der Arbeit seine Bierchen braucht. Er fängt um 04:00 Uhr morgens mit der Arbeit an und ist zwischen morgens 09:00 Uhr und 11:00 Uhr fertig. Dann kommt meistens gleich noch der Frühschoppen, und dann erst fährt er nach Hause. Ja und Zuhause gibts auch noch einige Bierchen bis er ins Bett geht. Also es werden locker so an die 10 Bierchen am Tag. Er nimmt sich manchmal um den anderen zu beweisen daß er kein Alki ist vor, daß er ein paar Wochen nichts trinkt. Dann gibts mal zwei Wochen keinen Alk, zumindest nicht vor uns und seiner Familie. Aber das muß er sich zum Ziel setzen, und dann gibts am Tag nach dieser Zeit sofort wieder den Alk. Er muß sich also zwingen nichts zu trinken, und schüttet sofort am ersten Tag danach wieder kräftig nach. Ausserdem wird er in dieser Zeit in der Arbeit seinen Alk-Spiegel auffüllen, da merkt es keiner.

Also an der Tatsache, daß man sich das "Nichttrinken" für eine begrenzte Zeit zum festen "Ziel" machen muß, und daran, daß man am Morgen/Vormittag schon seinen Alk braucht denke ich, kann man erkennen daß man ein schweres Alk-Problem hat. Auch wenn man am Morgen erst dann denken und Arbeiten kann, wenn man sein erstes Fläschchen hintergekippt hat, erkennt man klar den Alki.

Wenn er eines Tages in eine Verkehrs-Kontrolle kommt seinen Führerschein wegen seines Alk-Pegels verliert und dadurch seine Arbeit verliert weil er nicht mehr zum Arbeiten nach München kommt, dann denke ich, wird er ein Problem. Denn dann kann er sich jeden Tag, den ganzen Tag selbst bemitleiden. Und um sein Selbstmitleid ertragen zu können, kann er dann den ganzen Tag saufen. Dann wird er zum Problem für die Famlie. Ich hoffe mal das passiert nicht so bald. Er ist zu Zeiten unterwegs, wo wenig Verkehrskontrollen sind. Er hatte bisher Glück.

Franz

Geändert von Rosenheimer (11.10.08 um 12:42 Uhr)

Alkoholabhängigkeit genetisch bedingt?

Rosenheimer ist offline
Beiträge: 634
Seit: 19.08.08
Zitat von Hexe Beitrag anzeigen
Ja, das kann schon sein.
Aber selbst wenn es so ist, wer weiss schon vorher ob er zur Alkohol-Sucht neigt oder nicht?
Ja, das weiß man erst wenn man in dem Teufelskreis ist. Und dann hat man die Arschkarte. Also ich will um Himmels Willen niehmand zum Saufen ermuntern. Ich finde heute solch Versoffene Idioten, wie ich es damals selber war, einfach nur extrem abstoßend. Ich hatte noch einen seltenen Vorteil. Ich wurde mit zunehmenden Alk-spiegel nicht agressiv sondern blieb immer sehr umgängig und absolut ungefährich. Und wenns zuviel wurde, war ich nur müde und wollte ab ins Bett.
Wenn man heute bald täglich liest, wie andere Menschen von diesen besoffenen hirnlosen Gehopsen bedroht und geprügelt werden, dann ist klar, daß diese Alkis weggesperrt gehören.

Habt ein schönes Wochenende, liebe Grüße
Franz

Geändert von Rosenheimer (11.10.08 um 12:36 Uhr)

Alkoholabhängigkeit genetisch bedingt?

MissSilke ist offline
Beiträge: 36
Seit: 23.09.08
Zitat von Mike Beitrag anzeigen
Gib mir ein halbes Jahr + 180 Liter Bier oder 50 Liter Schnappes und jede X beliebige Person auf diesem Planeten und ich mache Dir einen Alkoholabhängigen daraus. Menschen trinken weil Sie Frust haben und nicht weil sie die richtigen Gene dafür haben.
Ich muss ehrlich sagen, ich glaube nicht dass du das schaffst. Und selbst wenn, dann heisst das nicht, dass Gene da nicht mitspielen.

Zu sagen dass Gene an etwas Schuld sind, hat überhauptnichts mit Genetik zu tuhn. Schuld ist der Natur völlig egal. Gene lösen den freien Willen nicht auf.

Es gibt inzwischen so viele Studien, die zeigen dass Suchtgefährdung erblich ist, dass man es nicht mehr einfach so unter den Teppich kehren kann.

Ich glaube es macht viel mehr Sinn diesen Befunden ins Gesicht zu sehen und sie zu benutzen um Süchtigen zu helfen. So zum Beispiel, wenn man einen Alkoholiker in der Familie hat, sollte man sich in Acht nehmen, weil man möglicherweise viel einfacher süchtig wird. Deshalb sollte man es meiden in schweren Situationen was kleines zu trinken, oder auch andere Kontexte die für andere Menschen nicht bedrohlich sind, zu meiden.

Sucht ist eine sehr biologische sache, und Biologie ist eine sehr genetische Sache.

Alkoholabhängigkeit genetisch bedingt?

Rosenheimer ist offline
Beiträge: 634
Seit: 19.08.08
Ja, es gehören sicher zwei/drei Faktoren zum Süchtig werden. Der erste Punkt ist die Veranlagung zur Sucht, dann der entsprechende Umgang mit Leuten die glauben durch Saufen und meist auch Schlägern eine wichtige Position im Umfeld einnehmen zu können, weil es das einzige ist was sie gut können. Und dann noch der dritte Punkt wenn das Gehirn schon vom Alk geschädigt ist, der Glaube mit Alk Probleme bewältigen zu können. Was so ein richtiger Mann ist, für den ist es ein Muß seine Probleme wegzusaufen, das bekommt man schon von klein auf in so manchen Idiotischen Film aufgezeigt.

Ich habe meine erste große Liebe auch in Schnapps ertränken wollen. Naja, ich hatte dann Kopfschmerzen, ein Loch in der Erinnerung, und die Freundin hatte immer noch der andere (der beste Freund )
Da hat der Alk als Problemlöser gleich mal kläglich versagt

Geändert von Rosenheimer (17.10.08 um 16:16 Uhr)

Alkoholabhängigkeit genetisch bedingt?

Hexe ist offline
Beiträge: 3.844
Seit: 13.07.07
Zitat von Rosenheimer Beitrag anzeigen
Ich habe meine erste große Liebe auch in Schnapps ertränken wollen. Naja, ich hatte dann Kopfschmerzen, ein Loch in der Erinnerung, und die Freundin hatte immer noch der andere (der beste Freund )
Da hat der Alk als Problemlöser gleich mal kläglich versagt
Ist das nicht toll dass du das gleich in aller Deutlichkeit gemerkt hast?


liebe Grüße von hexe


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