Alkoholabhängigkeit genetisch bedingt?

29.05.06 22:00 #1
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Alkoholabhängigkeit genetisch bedingt?

phil ist offline
Beiträge: 1.702
Seit: 25.01.05
Grüess euch,

es mag genetisch bedingt sein, aber ebenso auch nicht - es gibt wohl beides, was dann eben von Fall zu Fall abzuklären ist. Beispielsweise welcher "Geist" denn da mit im Spiel ist.

Mit Spiritus ist nun mal nicht nur das gemeint, was in den Fonduebrenner kommt, sondern auch der Geist in der Flasche. Dazu gesellt sich aber immer mal gerne ein anderer Geist, einer aus den Zwischenwelten. Tatsächlich lassen sich bei Personen mit Alkoholproblemen oftmals Besetzungen feststellen. Die besaufen sich dann quasi "ferngesteuert". Was aber keine Entschuldigung ist, sondern lediglich eine Feststellung. Ist die Besetzung einmal aufgelöst, verändert sich das Trinkverhalten praktisch von einem Tag zum andern.

Dabei ist nichts dagegen einzuwenden zur passenden Gelegenheit ein Glas Wein, ein Krug Bier oder einen Kafi-Schnapps zu kredenzen.

herzlichst - Phil
__________________
herzlichst aus Trollhalden!

Alkoholabhängigkeit genetisch bedingt?

Sine ist offline
Beiträge: 3.371
Seit: 15.10.06
Hallo Phil.
Schön, dich wieder mal zu lesen!
Ich musste gerade meine eigne Schreibe überprüfen, aber ich habe tatsächlich geschrieben, dass genetische Vorbelastung ein Auslöser für Alkoholismus sein KANN. Gut so.
Ich pflichte dir natürlich bei, dass auch ganz andere Gründe dazu führen können.
Deshalb finde ich es auch ganz wichtig, dass nicht eine Sucht, sondern ein süchtiger MENSCH, ein Individuum, geheilt wird.
Liebe Grüsse, Sine

Geändert von Sine (07.10.08 um 20:11 Uhr)

Bei Alkoholsucht kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich aufhören möchte zu trinken, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrumente, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
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Alkoholabhängigkeit genetisch bedingt?

Salima ist offline
Beiträge: 1.062
Seit: 10.02.08
@Rosenheimer: o.k. jetzt verstehe ich dich. Aber andersrum haben doch nicht alle Alkoholiker Eltern (Großeltern etc.) die Alkoholiker sind, oder? Und umgekehrt.
Es ist wohl eine Summierung mehrere Faktoren... die dazu führt, dass jemand süchtig wird.
__________________
lg, Salima

Alkoholabhängigkeit genetisch bedingt?

Rosenheimer ist offline
Beiträge: 634
Seit: 19.08.08
Zitat von Sine Beitrag anzeigen
Ich glaube jedoch, dass familiäre Veranlagungen, die ein gewisses Unwohlsein nach sich ziehen, zum Teil mit Alkohol in Selbsttherapie gelindert werden.
Eine Taktik, die meist nicht aufgeht...
In meiner jetzt 15 Jährigen Krankheit haben sich natürlich auch Psychische Belastungen breit gemacht. Und ich habe bei manchen Einladungen, wo wir einiges an Wein getrunken haben bemerkt, dass ich mit dem Alkohol so manches Problem, das sich in den Jahren offenbar im Kopf eingebrannt hat, bei entsprechendem Alkoholpegel ausblenden kann. So habe ich zum Beispiel die ersten Jahre sogar im Sommer noch maßlos gefroren. Mit ein paar Gläschen Wein was das Problem auf einmal fast nicht mehr vorhanden. Ich habe es registriert, aber nicht zum Anlass genommen auf einmal auch Zuhause wieder vermehrt Wein zu trinken, sondern sagte mir, wenn ich es mit Alk ausblenden kann, ist es kein Körperliches/Organischen Problem, sondern ein Psychisches und habe mir das Frieren mit der Zeit "ausgeredet". Ein Alkoholmässig angeschlagener und Psychisch labiler Mensch wird diese Erkenntnis wohl zum Anlass nehmen, sich täglich ein paar Gläschen zu gönnen, wo der Alk schon mal "hilfreich" erscheint. Da gebe ich dir Recht, für viele Menschen in extremen familiären/finanziellen/gesundheitlichen Situationen SCHEINT der Alk die Lösung des Problems zu sein.

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Rosenheimer ist offline
Beiträge: 634
Seit: 19.08.08
Zitat von Salima Beitrag anzeigen
Aber andersrum haben doch nicht alle Alkoholiker Eltern (Großeltern etc.) die Alkoholiker sind, oder? Und umgekehrt.
Es ist wohl eine Summierung mehrere Faktoren... die dazu führt, dass jemand süchtig wird.
Ja, sicher. Ich glaube manche sind für Suchtverhalten emfänglicher als andere. Aber man muß nicht zwingend in eine Sucht abrutschen, nur weil man dafür empfänglicher ist.
Übrigens, vielleicht bilde ich mir das ja nur ein, aber ich habe in meinem Leben schon sehr viele Suchtkranke kennen gelernt. Die sitzen dann meistens in der Kneipe mit vielen Bierchen und Zigaretten am Spielautomat. Also die scheinen dann oft gleich jedes Laster zu haben

Ich wünsche allen hier bessere Lösungen für ihre Probleme, und eine gute Nacht

Liebe Grüße
Franz

Alkoholabhängigkeit genetisch bedingt?

Salima ist offline
Beiträge: 1.062
Seit: 10.02.08
Ich hatte nie großartigen Kontakt zu Alkoholikern oder sonstigen Süchtlern.
Wohl weil ich am Land aufgewachsen bin? (was heute auch keine Garantie mehr ist). Ich hatt noch nie Kontakt mit Drogen (was mich selbst wundert).
Ich kenne nur die "Exemplare" aus der Familie meines Mannes.. und es stimmt, die haben dann gleich mehrer Laster. Rauchen + trinken + spielen.
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lg, Salima

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Hexe ist offline
Beiträge: 3.844
Seit: 13.07.07
Zitat von Rosenheimer Beitrag anzeigen
Ich glaube manche sind für Suchtverhalten emfänglicher als andere. Aber man muß nicht zwingend in eine Sucht abrutschen, nur weil man dafür empfänglicher ist.
Das denke ich auch.
Erben können wir die Anlage überhaupt süchtig zu werden, glaube ich.
Bei mir liegt das auch in der Familie (meines Vaters). Alkohol, sonstige Drogen, Spielsucht oder..... das liegt alles drin.

Bei mir merke ich schon auch die Tendenz süchtig werden zu können. Früher Joints, dann (noch in erträglichem Rahmen) Alkohol, Zigaretten.... und immer habe ich bemerkt ich könnte davon süchtig werden - dann musste ich es ganz lassen.
Wenn ich mir heute meine "erlaubten" Süssigkeiten kaufe (ziemlich teuer) kann ich auch wieder meine Tendenz zur Sucht finden: soviel essen bis mir richtig schlecht ist, keine Packung liegen lassen können und "aufsparen" usw. usw. Meinem Mann z.B. könnte sowas nie passieren, er kann alles genießen und es aber dann auch lassen, mal ein wenig hiervon und ein wenig davon.

DAS ist vererbt, glaube ich. Wie wir damit umgehen liegt an uns und unserer gelebten Verantwortung uns gegenüber. (Charakter)-Stärke kann man meiner Erfahrung nach selber erlernen und aufbauen. man muss nicht mit dem leben was man mitbekommt, vieles hat man selber in der Hand.

liebe Grüße von hexe

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Männlich Bodo
Zitat von Hexe Beitrag anzeigen
Bei mir merke ich schon auch die Tendenz süchtig werden zu können. Früher Joints, dann (noch in erträglichem Rahmen) Alkohol, Zigaretten.... und immer habe ich bemerkt ich könnte davon süchtig werden - dann musste ich es ganz lassen.
Das ist ein wichtiger Satz. Und Deine Entscheidung bewundere ich. Sie ist das
Ergebnis von Erkenntnis und Willenskraft. Jede(r), der diese Grenze bewusst
überschreitet, läuft tatsächlich Gefahr, abhängig zu werden.

Leider unterschätzen Viele die Warnungen, die der Körper durch dieses beginnende
Suchtverlangen signalisiert und riskieren damit Abhängigkeit und Krankheiten.

Wer meint mit Süchten spielen zu können, der wird immer gegen die Sucht verlieren.

Viele Grüße, Bodo

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Salima ist offline
Beiträge: 1.062
Seit: 10.02.08
Das ist wohl das Wichtigste: das Erkennen von Problemen und die Willenskraft es zu ändern.

Ich kenne jemanden der ist Marathonläufer... läuft jeden Tag, ernährt sich gesund.. ganz extrem. Dann sah ich durch Zufall mal sein Foto im Führerschein.. nicht zu erkennen. Er hat mir die Geschichte erzählt.
Bis 25 hatte er um 100 kg mehr, rauchte am Tag 2-3 Schachteln Marlboro und trank jeden Tag seine 5-6 Bier, ging nicht mal zu Fuß um die Ecke zur Burgerbude, etc.
Dann hat er den Hebel rumgerissen und heute ist er das andere Extrem. Er meinte alle Extrem-Sportler haben einen Hang zur Sucht. Sportler sind eben nach Sport süchtig... das sind Menschen die immer Extreme ausleben müssen.
Etwas so durchschnittlich machen können solche Leute nicht. Also ein bisschen rauchen, 1-2 Bier und ab und zu laufen gehen.
Das tun die "gemäßigten" und die seinen nicht suchtgefährdet.
__________________
lg, Salima

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Männlich Bodo
Zitat von Salima Beitrag anzeigen
Dann hat er den Hebel rumgerissen und heute ist er das andere Extrem. Er meinte alle Extrem-Sportler haben einen Hang zur Sucht.
So sehe ich es auch. Es handelt sich wohl um eine Verlagerung, die dem Organismus
aber sicherlich (bei richtigem Training) besser tut als die langsame Vernichtung
und Degeneration durch Rauschmittel.

Andreas Niedrig ist ein gutes Beispiel: Am Heroin ist er beinah gestorben, danach
trainierte er mörderisch und wurde Sieger beim Iron-Man, einem der härtesten
Wettbewerbe im Sport überhaupt.

Er selbst streitet ab, dass es sich um eine Suchtverlagerung handelte.

Jedenfalls ist er eine faszinierende Persönlichkeit, gehört aber bestimmt zu den
Sehnsüchtigen und Suchenden, die gerne radikale Entscheidungen treffen.


Herzliche Grüße, Bodo

Geändert von Bodo (08.10.08 um 16:14 Uhr)


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