Alkohol und Gewalt

15.11.07 18:27 #1
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Oregano ist offline
Beiträge: 63.724
Seit: 10.01.04
Zwei von drei Gewalthandlungen im Suff

Bei Körperverletzungen, Raub und häuslicher Gewalt ist in bis zu zwei Dritteln der Fälle Alkohol im Spiel. Das ergab eine aktuelle Studie der Universität Bern, in der Berner Polizeiangestellte befragt wurden. Die Studie wurde vom Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) in Auftrag gegeben.

Während sich Gewalt bei Jugendlichen unter Alkoholeinfluss oft gegen Objekte richtet, sind bei älteren Tätern häufig Personen betroffen.
15.11.07 - Die Polizeiangestellten gaben Auskunft über Gewaltvorkommnisse, die während einer konkreten Woche ihrer Dienstzeit vorgefallen waren. Dabei zeigte sich, dass Gewalthandlungen häufig in Verbindung mit Alkoholkonsum begangen werden.

"Über alle Kategorien hinweg betrachtet, scheinen die an Gewalthandlungen beteiligten Personen in über 40 Prozent leicht bis sehr betrunken zu sein", stellt Prof. Margit Oswald vom Institut für Psychologie fest.

Die höchsten Anteile mit rund 60 Prozent weisen Ruhestörungen oder Streit, Körperverletzung, Nötigung, Tätlichkeiten sowie Raub und häusliche Gewalt auf. Hingegen spielt bei Einbrüchen und außergewöhnlichen Todesfällen der Alkohol mit
Zwei von drei Gewalthandlungen im Suff (15.11.07) - aerztlichepraxis.de

Uta

Alkohol und Gewalt

Leòn ist offline
Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hi,

als Anhang füge ich mal die Daphne - Studie zu dem Thema bei!

Herzliche Grüße von
Leòn
Angehängte Dateien
Dateityp: pdf Alkohol und Gewaltdaphne_de.pdf (114,5 KB, 20x aufgerufen)

Bei Alkoholsucht kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich aufhören möchte zu trinken, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrumente, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
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Alkohol und Gewalt

Milan2008 ist offline
Beiträge: 120
Seit: 19.05.08
Also, es ist ohnehin ein echt schwieriges Thema, ich bin froh mit eigenem Willen niemals Alkohol zu mir zu nehmen (Sport) und schließe mich deshalb der Meinung an > Alkohol zu verbieten....

Alkohol und Gewalt

Sine ist offline
Beiträge: 3.371
Seit: 15.10.06
Hallo Milan.
Die Frage, ob ein Alkoholverbot sinnvoll ist oder nicht, wäre eigentlich einen eigenen Thread wert!
Ich frage jetzt aber einfach mal ganz konkret:
Glaubst du, ein Alkoholverbot würde weniger Gewalt zur Folge haben?
Wie denken andere Mitglieder darüber?
Liebe Grüsse, Sine

Alkohol und Gewalt

Karsten ist offline
Beiträge: 26
Seit: 20.05.08
Hallo,

Verbote bewirken rein gar nichts.
Wer Alkohol trinken will, wird sich den besorgen, notfalls selbst Wein oder Schnaps ansetzen.
Man sieht es ja bei den illegalen Drogen.
Weil man der Sache nicht Herr wird, kein Personal usw., fängt man seit langen an, Kleinstmengen zu übersehen, obwohl sie ja der Anfang vom Übel sind.

Solange die Polititer nicht begreifen, dass sie mit ihrer falschen Politik gegen das Volk reagieren, wird es immer Menschen geben, die Auswege suchen und sei sich durch Alkohol oder Drogen eine Scheinwelt aufzubauen.

Gruß
Karsten

Alkohol und Gewalt

phil ist offline
Beiträge: 1.702
Seit: 25.01.05
Wo Alkoholmissbrauch passiert wird wohl auch das dafür passende Milieu vorhanden sein.
Alles eine Frage der Resonanz?!

Übrigens gibt es hierzulande, wie man gestern den Medien staunend entnehmen durfte, seltsame Auswüchse: Eine Anlaufstelle für Süchtige, wo die Stange (= 3 dl Bier) für 60 Rp. (equiv. ca. -,40 €) an deren Klienten abgegeben wird, das ganze auch noch mit etwa 100'000 Franken Steuergeldern finanziert. Vermutlich: lieber sie besaufen sich als...

Kein Grund zur Aufregung, noch zur Entrüstung - einfach mal auf der "Zunge" zergehen lassen und sich wiedermal "kopfkratzend" über die seltsamen Auswüchse staatlich geförderter "Wohlfühlprogramme" wundern.

Phil

PS. Sicherlich gibt es psycho-soziale Begründungen dafür, die weit über den gesunden Menschenverstand hinaus schwingen.

Alkohol und Gewalt

Karsten ist offline
Beiträge: 26
Seit: 20.05.08
Hallo,

Zitat von phil Beitrag anzeigen
Wo Alkoholmissbrauch passiert wird wohl auch das dafür passende Milieu vorhanden sein.
Alles eine Frage der Resonanz?!
was verstehst Du da runter?
Alkoholismus und Alkoholmissbrauch ist absolut keine Frage der sozialen Schicht.
Die meisten alkoholkranken Menschen leben sogar in sozial- und gesellschaft noch gut situierten Verhältnissen.

Leider ist es so, das Öffentlichkeitsarbeit kaum möglich ist, weil man zu dem der Gesellschaft nach Klisché Alkoholiker, der ja verwahrlot ist und als Willensschwach gilt, nicht dazugehören.

Gruß
Karsten

Alkohol und Gewalt

Sine ist offline
Beiträge: 3.371
Seit: 15.10.06
Noch einmal zurück zum Thema Alkohol und Gewalt:
Warum besteht wohl dieser Zusammenhang?
Könnte es sein, dass vor allem Menschen, die sich unterdrückt, nicht ernstgenommen oder unverstanden fühlen, zu Alkoholikern werden?
Fällt dann die Hemmschwelle mit dem Alkoholpegel, wird das Aufbegehren gegen unerwünschten Druck oft erstmal in der Familie geübt....
Ist das ein Aspekt, der zutreffen könnte?
Liebe Grüsse, Sine

Alkohol und Gewalt

Karsten ist offline
Beiträge: 26
Seit: 20.05.08
Hallo Sine,

meiner Meinung verstecken sich viele hinter einer angeblichen Alkoholsucht.
Nicht jeder, der trinkt und dann gewaltätigt wird, ist ein Alkoholiker.
Im Gegenteil, ein suchtkranker Mensch hat mit seiner Sucht genug zu tun, als sich um die Probleme anderer Menschen zu kümmern.
Meist hat er nur ein Ziel, in Ruhe trinken zu können.
Stress bin ich nie hinterher gerannt.

Gruß
Karsten

Alkohol und Gewalt
Anne B.
Nach meinen Beobachtungen wird natürlich einerseits bei Alkoholmissbrauch die Hemmschwelle gesenkt, andererseits wird die Grundhaltung eines Menschen noch verstärkt. Menschen mit einem sonnigen Gemüt scheinen nach Alkohol fröhlich und albern zu werden, frustierte und selbsherrliche Menschen dagegen eher aggressiv. Schlägereien alkoholisierter Jugendlicher nach Diskos gab es ja auch schon vor 20 Jahren, erinnere ich mich. Es waren immer diejenigen, die permanent imponieren wollten und sich dann mit Alkohol sehr stark fühlten und sich immer wieder gern für ein Mädchen prügelten. Die Auserwählten standen dann am Rand und haben gezittert, manchmal sogar schlichtend eingegriffen. Das war wohl besonders schön für diese Jungen. Offensichtlich haben Schlägertypen eine ganz besonders ausgeprägte sadistische Ader, die bei Alkoholmissbrauch zu Tage kommt.

Dann gibt es ja auch noch Alkoholabhängige, die gewalttätig und erpresserisch werden, wenn sie in einer co-abhängigen Beziehung leben und man ihnen irgendwann einfach den Hahn zudreht. Die Gewalt richtet sich dann entweder gegen die Partnerin/Partner oder wenn noch bei den Eltern lebend, gegen die eigenen Eltern. Danach folgen unzählige Versprechen wieder gut zu machen und sich zu bessern - der co-Abhängige glaubt diesen leeren Versprechungen leider immer wieder gern, solange er seine eigene Abhängigkeit nicht erkannt hat oder irgendwann wirklich richtig mißhandelt wird, dass die Polizei einschreiten muss.

Viele Grüße
Anne


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