Das Forum für Gesundheit
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Nun, ich denke das Unterforum heisst -> Krankheitsbilder -> Ads, Adhs, Autismus
Deine Fragestellung nach der Definition von "Krankheit" finde ich absolut richtig.
Das gleiche gilt für den Begriff der "Störung". Gerade bei "Wahrnehmungsstörung" dürfte jedem der ein wenig von menschlicher Wahrnehmung weiss offensichtlich werden, dass folglich entweder alle wahrnehmungsgestört sein müssen - oder keiner. Eine Biene würde alle menschliche Wahrnehmung vermutlich als grundlegend gestört betrachten.
Dies nur als Beispiel wie relativ der Begriff "Störung" ist, und wie sehr die Zuordnung von "Störung" abhängig von demjenigen ist der die Aussage trifft.
"Feststellungen" der meisten "normalen" Menschen über vermeintlich objektiv Wahrgenommenes treffen zu 80-90% auf das Innenleben des vermeintlich objektiv feststellenden Subjektes zu, und nicht auf das Objekt der Beschreibung.
Auch Ärzte und Wissenschaftler sind erst einmal "nur" konditionierte, menschliche Lebewesen.
Nun kann ich eine allgemeine Einordnung von Krebs als Krankheit schon nachvollziehen. Jemand, der Krebs als Vorgang an sich begrüßt (damit meine ich nicht durch ihn angestoßene Reaktionen) scheint mir eher selten zu sein. Im psychischen Bereich ist das wohl zumindest nicht so klar. Hier finden sich im Grund durchweg kulturelle Wertungen und das was als normal betrachtet wird scheint mir immer weiter eingeengt zu werden im Fortschreiten des derzeitigen gesellschaftlichen Leistungswahns und zunehmender Rationalisierungen wie etwa Erhöhung der Klassenstärken.
Wir verzichten also auf die Genies und fördern stattdessen die Mittelmäßigkeit. Wir müssen uns dann aber nicht wundern, wenn uns eines Tages andere den Rang ablaufen. Außerdem ist es ungerecht, den potentiellen Genies gegenüber. Außerdem fallen diese Genies wahrscheinlich der Sozialkasse zur Last, weil sie nicht ohne Weiteres ins normale Berufsleben eingegliedert werden können. Man kann doch kein Rennpferd vor einen Pflug spannen! Aber es wird immer wieder versucht, und wundert sich dann, dass das nicht funktioniert.
(P.S. Ich teile nicht die bzw. alle Folgerungen des Autors)
Gruss
Christiane
Geändert von Christiane22 (29.01.2010 um 18:05 Uhr).
Es ist für jeden Menschen wichtig, seine Intuition leben zu können. Sie ist der Zugang zu seinen Stärken. Ja, man kann aus einem Sportwagen irgendwie einen Traktor bauen. Aber warum sollte man soetwas tun? Der so entstehende Traktor wäre wohl nie so gut, wie "so geborene" Traktoren. Daher ist immer die Frage, was eine Therapie erreichen will, ob diese Ziele wirklich sinnvoll sind. Für Wissenschaftler oder hauptberufliche Therapeuten mag es einen Erfolg darstellen, Punkte in einem Kriterienkatalog abzuhaken. Etwa den speziellen für Nichtautisten auf befremdliche Weise als wichtig erscheinenden "Blickkontakt". Aber geht es nicht um einen Menschen? Sollte der nicht besser in seinen Stärken gefördert werden, statt ihn einem willkürlich kulturell durchsetzten und somit sehr fragwürdigem Idealbild des perfekten Menschen irgendwelcher Technokraten anzugleichen und ihn nebenbei zu brechen, dazu zu erziehen nicht mehr auf eigene Empfindungen zu achten, dadurch letztlich eher ein stumpfer Schattenmensch zu werden? Dafür ist es auch nicht entscheidend, ob heute auch "Spaß" als Konzept verfolgt wird. Was nutzt es, wenn jemand zu Blickkontakt nach Art durchschnittlicher Nichtautisten dressiert wird und im Gegenzug schwer traumatisiert wird und somit weitgehend unfähig, sich in seiner Persönlichkeit zu entwickeln?
Die WHO definiert Krankheit meines Wissens grob beschrieben als etwas, das jemanden selbst an sich stört oder das Umfeld stört.
Nur zur Information, die WHO definiert nur Gesundheit, und zwar so:
"Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen".
Nach dieser Definition müsste Gesundheit ein äußerst seltener und vorübergehender Zustand sein.
Definitionen von Krankheiten sind meistens zweckgebunden.
Nach der GKV wird Krankheit definiert als ein: „Objektiv fassbarer, regelwidriger, anomaler körperlicher oder geistiger Zustand, der die Notwendigkeit einer Heilbehandlung erfordert und zur Arbeitsunfähigkeit führen kann.“
Hier zählt zur Krankheit nur, was behandelt werden muss und jemand am Arbeiten hindert. Aus Erfahrung wissen wir aber, dass man sehr wohl krank sein kann, ohne dass eine Behandlung notwendig wäre.
Krankheit ist definiert als Störung des körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens. Bei der Abgrenzung der Krankheit von Gesundheit ist eine bestimmte, aus einer Vielzahl von Beobachtungen mithilfe statistischer Methoden gewonnene Schwankungsbreite zu berücksichtigen, innerhalb derer der Betroffene noch als gesund angesehen wird. Bei der Beschreibung einer Krankheit muss zwischen ihren Ursachen (Krankheitsursache) und ihren sichtbaren Anzeichen (Symptomen) unterschieden werden.