AD(H)S, Legasthenie, Sehen, Hören

08.02.08 08:54 #1
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Sine ist gerade online
Beiträge: 3.371
Seit: 15.10.06
All zu oft hört man den Satz " er/ sie hat halt Legasthenie " von Eltern, deren Kinder Probleme in der Schule haben.
Ich werde den Verdacht nicht los, dass viele dieser Kinder nicht sorgfältig abgeklärt wurden und die " Diagnose " von Eltern, Lehrern oder gar Ärzten auf Verdacht hin geäussert wird.
( Zu einer seriösen Abklärung gehören ein Sehtest und ein Hörtest )
LRS ( Lese - Rechtschreib - Schwäche ) oder Legasthenie werden auch oft im Zusammenhang mit AD(H)S geäussert.
Nun habe ich kürzlich in einer Zeitschrift einen guten Artikel zum Thema Seh - und Hörtest als wichtigen Teil der Diagnostik überflogen.
Leider ist die Zeitschrift all zu schnell den Weg alles Vergänglichen gegangen...
Meine Frage an Betroffene:
Wie sehr wurde bei der Diagnose auf Sehen und Hören eingegangen?
Falls dem nicht all zu grosse Beachtung geschenkt wurde möchte ich anregen, dies unbedingt sorgfältig abklären zu lassen.
Ich vermute, dass korrigierte Seh - und Hörfehler auch kleineren Ausmasses doch noch eine Besserung des Befindens bringen können.
Was habt ihr für Erfahrungen zum Thema?
Liebe Grüsse, Sine

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Claudia S. ist offline
Beiträge: 613
Seit: 18.05.07
Hallo Sine und Co.,

sicher sind sehen und hören ganz wichtig bei der Ursachenfindung und ich finde Deinen Hinweis klasse.
Doch was tun, wenn das als Ursache ausgeschlossen wird? Es kommt oft genug vor, dass es daran nicht liegt. Mein Sohn hat Legasthenie und ADS. Hör- und Sehtest waren normal, IQ ebenfalls.

Weit wichtiger ist meines Erachtens eine Abklärung von Vitalstoffdefiziten und Schwermetallbelastungen bei diesen beiden Behinderungen. In der Literatur findet man Hinweise, dass Legasthenie wohl weniger mit Vererbung als mit den genannten Dingen zu tun hat. SM werden auch "weitervererbt", vor allem von der Mutter an die Kinder (Erbtoxine) während Schwangerschaft und Stillzeit. Insofern ist es kein Wunder, wenn das Kind ähnliche Störungen zeigt wie die Eltern. Das hat aber direkt nichts unbedingt mit Vererbung durch Gene zu tun.

Mein Sohn reagierte gut auf Gabe von P5P und Lecithin, verbesserte die Konzentration. Bei leichteren Fällen soll das sogar schon reichen, mit Zink und B6 zu hantieren.

Bei uns reichte es nicht, da noch massig SM vorhanden sind, die Enzyme blockieren und den Stoffwechsel beeinträchtigen. Sind daher gerade mit Kohle 1x pro Woche seit 3 Monaten dabei. Da Entgiftungen für den Körper anstrengend sind, ist der pos. Effekt von B6 und Lecithin leider wieder zunichte gemacht worden, er ist im Unterricht ständig abwesend, wohl schlimmer als zuvor. Auch ich bemerke bei mir, dass die Entgiftung durch Kohle die Konzentration schwächt.

Das ist aber langfristig betrachtet ein gutes Zeichen, da ganz offensichtlich Gift ausgeschieden wird, sonst würden wir ja nichts bemerken an "Nebenwirkungen".

Viele Grüße
Claudia

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Sine ist gerade online
Themenstarter Beiträge: 3.371
Seit: 15.10.06
Hallo Claudia.
Schade, ich habe mich wohl missverständlich ausgedrückt!
Du hast absolut recht, ich wollte nur darauf hinweisen, dass Hören und Sehen als ZUSÄTZLICHE Faktoren nicht vernachlässigt werden sollten.
Das sind Dinge, die mit relativ einfachen Mitteln oft eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität bringen.
Dass bei deinem Sohn diese Abklärungen gemacht wurden ist vorbildlich.
Liebe Grüsse, Sine

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Claudia S. ist offline
Beiträge: 613
Seit: 18.05.07
Hallo Sine,

ich war nicht ganz sicher, wie Du das gemeint hast und wollte nur auf die anderen Faktoren hinweisen, der Vollständigkeit halber .

Bei uns war es so, dass diese Tests nichts gebracht haben und wir dann zunächst nicht wussten, was weiter zu untersuchen ist bzw. dass es noch weitere Möglichkeiten zur Ursachenfindung gibt.

Vielleicht geht das einigen auch so, die diesen Thread lesen.

Viele Grüße
Claudia

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sonnenstrahl5 ist offline
Beiträge: 71
Seit: 17.10.07
Hallo ihr Zwei,
meine 5 LRS Kinder haben allesamt eine auditive Wahrnehmungsstörung, was bedeutet eine Hörverarbeitungsstörung. Je stärker diese Hörverarbeitungsstörung ist desto heftiger sind ihre Schwierigkeiten. Bei einem Kind nur minimal mit wenig Fehlern beim Schreiben und recht schnellem Lesen lernen, bei einem Kind sehr extrem..Lesen lernen dauerte endlos lange und Schreiben ist immer noch mit sehr vielen Fehlern - allerdings ist dort auch die Therapie noch nicht fertig.
Die Hörverarbeitungsstörung kann allerdings ein normaler Hörtest nicht zeigen. Der Ohrenarzt befand alles für völlig normal und in Ordnung...der Horchtest der bei der Tomatis Therapie gemacht wird sagte dann was anderes.
Meine Kinder wurden dann nach Tomatis behandelt und es wurde viiiiiel besser. Nur eins dieser Kinder ist eben noch nicht durch mit der Therapie und da geht auch das Schreiben nicht wirklich. Aber wir arbeiten dran. Leider übernehmen auch da weder die Krankenkassen noch sonstwer die Kosten.
Außerdem hatten zwei die Ansage ADS, ist so gut wie verschwunden nachdem wir HPU diagnostiziert haben, alle B6 und Zink nehmen, dann Omega 3 Lachsöl dazu und Zucker und Getreide weitgehendst aus unserem Speiseplan gestrichen haben.
LG Marita
__________________
Es ist besser ein kleines Licht anzuzünden, als über die große Dunkelheit zu schimpfen.

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Sine ist gerade online
Themenstarter Beiträge: 3.371
Seit: 15.10.06
Liebe Marita.

Das freut mich, dass deine Kinder solche Fortschritte machen!
Leider kenne ich mich mit dem Hören nicht besonders gut aus.
Vielleicht möchtest du noch einen Link zu dieser Tomatis - Therapie beisteuern?

Bei den Augen ist es auch so, dass ein " normaler " Sehtest ( Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung ) oft nicht ausreichend ist.
Oft unerkannt oder von Augenärzten schlichtweg als Humbug abgetan ist die " Winkelfehlsichtigkeit ".
Die beiden Augen können in entspanntem Zustand nicht parallel schauen.
Deshalb ist der Mensch jede Minute seines Wachzustandes damit beschäftigt, die Augen mit Hilfe der Muskeln in die richtige Stellung zu zwingen.
Dies KANN ( muss nicht ) zu vielfältigen und sogar recht massiven Beschwerden führen.
Hier ein Link zum Thema:
www.sehkomfort.de/04kinder.htm#aa

Liebe Grüsse, Sine

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ErikaC ist offline
Beiträge: 855
Seit: 29.05.07
Hallo,

Ich werde den Verdacht nicht los, dass viele dieser Kinder nicht sorgfältig abgeklärt wurden und die " Diagnose " von Eltern, Lehrern oder gar Ärzten auf Verdacht hin geäussert wird.
Das ist nicht nur ein Verdacht, sondern eine Tatsache. Es wird auch nur abgeklärt, was die Schulmedizin kennt bzw. anerkennt. Das Thema kennen wir ja wohl alle hier.

Zu einer seriösen Abklärung gehören ein Sehtest und ein Hörtest
Eigentlich immer fehlt die ganzheitliche Sicht. Oft sind es Störungen, die die Schulmedizin nicht kennen will und auch nicht die entsprechenden Testgeräte dazu hat z. B. zur Feststellung von Winkelfehlsichtigkeit www.legasthenie.de/Methoden/ursachen.htm.

Es gab vor einigen Jahren eine Zeit, in der ich völlig irritiert war, nicht wusste, wie das alles zusammenhängt - Kiss-Syndrom (HWS-Problem), ADS-Auffälligkeiten, Lernstörungen und Legasthenie, Hör- und Sehverarbeitungsstörungen, und so manches mehr wie Allergien, Asthma usw. Ein erstes großes Aha-Erlebnis hatte ich insbesondere als ich die Grafik (Grafik einfügen habe ich leider immer noch nicht gelernt) in dem Buch www.bredner.de/WS-Studie%203.pdf auf Seite 10 ist sie abgebildet. Man sieht deutlich, dass sich nichts allein entwickelt. Alles ist u.a. mit dem vestibulären System verbunden. Durch Kiss zum Beispiel läuft bei der kindlichen Entwicklung einiges schief - so auch in der Hör- und Sehverarbeitung.

Das Thema Nährstoffdefizit ist auch nicht getrennt zu sehen - vielleicht sogar die Ur-Ur-Ursache für alles. Kiss entsteht vielleicht durch zu wenig Muskeln. Zum Muskelaufbau braucht man Nährstoffe. Kiss bzw. andersbedingte Entwicklungsstörungen in Zusammenhang mit heutiger denaturierter Industriekost verursachen andererseits Stoffwechselstörungen und Nährstoffmängel (s. Aussagen von Dr. Kuklinski). Wahrscheinlich sind es meistens die Nährstoffmängel, die gewaltige Auswirkungen auf das Gehirn, das Hören und Sehen, das Lernen und Verhalten haben.

Ganzheitlich sehen ist ganz wichtig. Ausreichend vorhandene Nährstoffe und einen Stoffwechsel, der auch alles ankommen lässt, halte ich für das Wichtigste überhaupt.

Viele Grüße
Erika

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Sine ist gerade online
Themenstarter Beiträge: 3.371
Seit: 15.10.06
Danke für deinen Beitrag, Erika!
Bei Augenärzten ist es vergleichsweise einfach. Man sollte sich einen Augenarzt suchen, der sich mit dem Thema Winkelfehlsichtigkeit und deren Behandlung auskennt.
Worauf sollte man denn genau bei der Wahl des Ohrenarztes achten?
Sine

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ErikaC ist offline
Beiträge: 855
Seit: 29.05.07
Hallo Sine,

naja, so einfach finde ich das nicht bei Augenärzten. Die meisten haben kein Polartestgerät nach MKH-Methode. Wir waren bei einem Optometristen (Optiker mit entsprechender Ausbildung) und viele, die ich kenne ebenfalls. Nicht verwechseln mit Orthoptist.

Noch verbliebene frühkindliche Reflexe haben übrigens auch einen großen Einfluss auf das Sehen - und auch Hören. Wenn man früh genug eine INPP-Therapie INPP.de :: INSTITUTE FÜR NEUROPHYSIOLOGISCHE PSYCHOLOGIE DEUTSCHLAND macht, wird ev. eine Prismenbrille wegen Winkelfehlsichtigkeit anschließend überflüssig. Interessant ist dieser Artikel: http://www.praxis.chucholowski.de/do...beim_Lesen.pdf Auch der ist interessant http://www.praxis.chucholowski.de/do...des_kindes.pdf. Leider fehlt der Zusammenhang zu Ernährung / Nährstoffen.

Ich kenne keine Ohrenärzte, die sich gut mit Hörverarbeitungsstörungen auskennen. Die sind wohl auch eher Mangelware. Wir waren bei Fred Warnke direkt zum Test. Es gibt aber auch viele Therapeuten, die das Warnke-Verfahren anwenden. Auch für Tomatis gibt es spezielle Therapeuten. Tomatis ist ja sehr teuer und mir erschien damals Warnke auch besser, umfassender und auch noch wissenschaftlich belegt - Artikel darüber erschien in "The Lancet". Die INPP-Leute empfehlen Hörtraining nach Kield Johannsen. Es gibt auch noch Audiva und andere mehr. Mir sagte damals Warnke am meisten zu.

Viele Grüße
Erika

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Claudia S. ist offline
Beiträge: 613
Seit: 18.05.07
Hallo Erica und Co.

ich sehe es so wie Erika: Die Grundursache all dieser Störungen könnte ein Vitalstoffdefizit sein, ausgelöst durch Schwermetalle oder andere Dinge.

Wenn dem so ist, dann sind all die teuren nicht erstattungsfähigen Therapien, gegen die ich mich immer sträube, weil ich sie nicht für ursächlich halte, nicht nötig.
Eine vernünftige Nährstoffzufuhr und vor allem auch -aufnahme ist als Therapie dann sinnvoll .

Bei uns klappt das leider nicht mit B6 und Zink und all den anderen NEMs, die bei KPU etc. angesagt sind. P5P verbessert zwar die Konzentration, aber sonst tut sich nichts, z.B. Handschrift, RS. Es wird aber auch oft gesagt, dass so etwas nur bei leichten Fällen hilft.

Solche Kinder haben meist auch eine immense SMbelastung. Wir machen daher seit gut 3 Monaten noch eine Entgiftung mit Kohle dazu, die den pos. Effekt von P5P gleich wieder aufgehoben hat. Mein Sohn hat mündlich überall schlechte Noten bekommen, seit er Kohle nimmt, ist wieder nur körperlich anwesend in der Schule, schlimmer als je zuvor.
Wir machen deshalb und wegen der Vitalstoffdefizite durch Kohle (Eisenmangel etc.) jetzt in den wichtigen Schulphasen immer mal 4 Wochen Pause und haben die NEMs erhöht.

Mit der Winkelfehlsichtigkeit habe ich mich vor ca. 2 Jahren auch mal beschäftigt. Nach intensivem Studium einiger im Internet verfügbarer Erfahrungsberichte und einem Augenarzttermin habe ich das dann fallen lassen.
In den Erfahrungsberichten hat mich eine Aussage stutzig gemacht: Es besteht kein Zusammenhang zwischen der Stärke der Winkelfehlsichtigkeit und der Stärke der Probleme!!! So können z.B. Leute mit geringer WFS bereits gravierende Probblme davon bekommen, und welche mit großer haben gar keine.

Daraus schlussfolgere ich: Probleme damit bekommen wieder mal nur diejenigen, die aufgrund anderer Dinge extrem empfindlich sind!!!

Eine teure Brille, die meine private Kasse natürlich nicht übernimmmt, weil damit ja eine Legasthenie therapiert werden soll, ist somit wieder keine Ursachentherapie. Deshalb habe ich davon abgesehen.

Meine Hp sagt immer, man soll nicht ständig in körperliche Regelkreise korrigierend eingreifen, wenn es keine Ursachentherapie ist. Denn alle Eingriffe haben Folgen und beeinträchtigen die körpereigene Regulation. Das sehe ich auch so bei den meisten Dingen.

Zur Sicherheit schleppte ich meinen Sohn noch zu einem Augenarzt, der sich mit WFS, KAyser-Fleischer-Ring und all den Sonderfällen immer auskennt. Er hat einen einfachen Test mit einem Kreuz gemacht und sagte, dass er so schon sehen könnte, dass mein Sohn keine gravierende Winkelfehlsichtigkeit haben könne, sonst hätte er das Kreuz nicht in der Mitte gesehen. Ein weiterer Test wäre seiner Ansicht nach nicht nötig, er würde mir aber gern einen Termin in der Sehschule machen.

Das alles bestätigte meine Vermutung und ich verzichtete auf Termin und Prismenbrille. Sie mag ja einigen helfen, aber Ursachentherapie ist das meines Erachtens nicht. Wir werden ADS und Legasthenie ursächlich angehen, mit SMausleitung und NEMs in der Übergangszeit. Und wenn das nicht reichen sollte, sehen wir weiter.

Was beeinhaltet die Tomatistherapie und was kostet sie?

Viele Grüße
Claudia


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