ADHS gibt es nicht !

08.05.13 10:34 #1
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Juppy ist offline
in memoriam
Beiträge: 1.496
Seit: 07.11.09

ADHS gibt es nicht !
Clematis
Hallo Juppy,

Dank für diesen Link!
Wasser auf meine Mühlen... Das DSM, in dem die angeblichen psychischen Krankheiten aufgeführt werden hat sich im Umfang in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt - komisch nicht?

Es gibt sicherlich einige psychische Erkrankungen, die behandelt werden müssen, aber diese meine ich hier nicht.

Achtung: folgendes ist bewuußt überspitzt formuliert, und ich möchte niemandem zu nahe treten, der sich krank fühlt und Hilfe braucht, möge er oder sie diese aber eher bei Familie und Freunden finden als bei Psychotherapeuten, die selbst einen bräuchten. Medikamente sind wirklich das allerletzte, was man in Betracht ziehen sollte, wenn man sich mies fühlt!

Ich kann mich aber des Eindrucks nicht erwehren, daß so ziemlich alle normalen, beim Menschen vorkommenden Gemütszustände, zu einer Krankheit gemacht wurden, um dafür dann heftig Medikamente verkaufen zu können. ADHS gehört meines Erachtens schon lange dazu.

Werden Kinder zappelig, unaufmerksam, hätte man sie früher nach der Schule an die frische Luft geschickt, damit sie sich mal richtig austoben, rennen, springen, klettern und was Kinder sonst noch gerne tun. Sie wären dann gesund müde heim gekommen und froh gewesen still zu sitzen oder schlafen zu gehen. Stattdessen sitzen sie dann daheim am Computer oder TV... Gesundes Essen gehört ebenso viel mehr auf Kinderteller statt Pommes und Ketchup!

Wenn jemand arbeitslos wird, einen Menschen verliert oder anderes, ist er zwangsläufig traurig, niedergeschlagen, lustlos, bis er die Krise verwunden hat. Stattdessen werden diese Menschen mit dem Etikett Depression versehen und mit Medikamenten traktiert. Sie sollten aber von Familie, Freunden, Zuspruch bekommen, animiert werden etwas zu unternehmen, das sie auf fröhlichere Gedanken bringt, dann überwinden sie die Probleme besser und schneller.

Das waren jetzt nur zwei Beispiele und derer gibt es noch viele, viele mehr... sie stehen alle im DSM.

Unsere lebensfeindliche, ungesunde Lebensweise ist es, die uns zu schaffen macht. Ein Teufelskreis aus dem wir ausbrechen müssen. Statt in ein steriles Fitness-Studio zu gehen, sollten wir über Wiesen, durch Felder und im Wald über Stock und Stein rennen, da erfreut sich auch das Auge, das Herz, es erfrischt alle unsere Sinne... Es ist doch nichts langweiliger als über ein Laufband zu rennen und dabei auf die Betonwand gegenüber zu starren...

Unsere Gefühle sagen uns sehr genau, wenn etwas nicht stimmt, wir müssen wieder lernen darauf zu hören und entsprechend zu reagieren und zu handeln.

Gruß,
Clematis23

ADHS gibt es nicht !

gruenegurke ist offline
Beiträge: 449
Seit: 27.03.13
Clematis: wahre Worte... Aber du hast die Cola vergessen, welche die Kids noch trinken 'duerfen'.

twl sind Kids auch unterfordert in der Schule - auch darauf sollte geachtet werden. :(


Ich finde die Docs verschreiben viel zu schnell ohne mal wirklich auf die Kids zu hoeren. Manche brauchen wirklich (psychische) Hilfe aber nicht in Tablettenform!

ADHS gibt es nicht !
Clematis
Zitat von gruenegurke Beitrag anzeigen
Cola vergessen, welche die Kids noch trinken 'duerfen'.
twl sind Kids auch unterfordert in der Schule - auch darauf sollte geachtet werden. :(
Ich finde die Docs verschreiben viel zu schnell ohne mal wirklich auf die Kids zu hoeren. Manche brauchen wirklich (psychische) Hilfe aber nicht in Tablettenform!
Hi Gruenegurke,

stimmt alles und es gibt sicher noch viel mehr, was berücksichtigt werden sollte.

Soft-Drinks aller Art gehören m.E. verbannt, nicht in den Ausguß! Was ist eigentlich so schwer daran mit Wasser und reinem Zitronensaft, ggfs. mit etwas braunem Zucker (der Weiße ist chemisch chlorgebleicht), selbst eine Limonade zu machen. Oder mit allen möglichen anderen Früchten. Oder einen Milchmix z.B. mit frischen Himbeeren zu machen - ganz ohne Zucker? Lecker!!!

Da ich chemischen Zucker ablehne, habe ich -allerdings in Maßen- reinen Zucker in meinen Kaffee oder Tee getan, wenn auch nicht immer. Bin dabei gesund geblieben, wohl weil ich auch nur höchst selten Industriefutter konsumiere. Auf die Dosis kommt es an...

Kinder, die gesunde, vitaminreiche Nahrung bekommen, haben auch keinen Heißhunger auf Süßes, jedenfalls nicht so stark, daß sie es mit Süßem übertreiben würden. Das gilt auch für Erwachsene.

Zu ADHS gibt es viele Informationen, die belegen, daß oft eine Ernährungsumstellung ausreicht, damit das Zappelphilippsyndrom verschwindet!

Gruß,
Clematis23

ADHS gibt es nicht !

fauna ist offline
Beiträge: 1.536
Seit: 27.11.09
Dass AD(H)S keine Krankheit ist, weiss man/frau schon lange... - Es ist ein Syndrom. Damit werden "Symptome" beschrieben.

Ich arbeite im Sonderschulbereich mit AD(H)S-Kindern. Meine Meinung ist klar: Ernährungsumstellung allein hilft selten. - Unsere Kinder, welche die meisten diese "Diagnose der Hilflosigkeit" bekommen haben, sind meistens auch bindungsgestört und/oder frühtraumatisiert, haben von der Veranlagung her einiges an Speziellem zu bieten und kommen oft (nicht immer!) aus schwierigen sozialen Verhältnissen. Die meisten haben einen viel zu hohen Medienkonsum und wenig äusseren Halt in den Familien.

Es sind Kinder mit grossen Schwierigkeiten. Oft werden Medikamente empfohlen. Einige Eltern wollen keine. Das wird respektiert.

Diese Kinder, welche alle in den öffentlichen Schulen und/oder zu Hause nicht mehr getragen werden konnten, erhalten bei uns kein Cola, wenig bis keinen Zucker und sehr vitaminreiche Ernährung. Bei keinem verschwand deswegen die Symptomatik. Wirklich nicht!

ADHS gibt es nicht !
Clematis
Zitat von fauna Beitrag anzeigen
Ich arbeite im Sonderschulbereich mit AD(H)S-Kindern. Meine Meinung ist klar: Ernährungsumstellung allein hilft selten. - ... haben von der Veranlagung her einiges an Speziellem zu bieten und kommen oft (nicht immer!) aus schwierigen sozialen Verhältnissen. Die meisten haben einen viel zu hohen Medienkonsum und wenig äusseren Halt in den Familien. Es sind Kinder mit grossen Schwierigkeiten.

Diese Kinder, welche alle in den öffentlichen Schulen und/oder zu Hause nicht mehr getragen werden konnten, erhalten bei uns kein Cola, wenig bis keinen Zucker und sehr vitaminreiche Ernährung. Bei keinem verschwand deswegen die Symptomatik. Wirklich nicht!
Hallo Fauna,

schön, etwas aus der Fachrichtung zu hören und den vielen Problemen, die diese Kinder haben. Ich wollte auch nicht sagen, daß Ernährungsumstellung ein Allheilmittel ist... Siehe auch meinen ersten Kommentar.

Selbst wenn in der Sonderschule alles richtig gemacht wird, es zuhause aber wegen der schwierigen Verhältnissen nicht ebenfalls konsequent durchgezogen wird, wie viel kann die Sonderschule dann ausrichten? Stehen Sonderschulpädagogen da nicht oft auf verlorenem Posten? Natürlich nicht immer...

Liebe Grüße,
Clematis23

ADHS gibt es nicht !

fauna ist offline
Beiträge: 1.536
Seit: 27.11.09
Es gibt viele Faktoren, die da wirksam sind / sein können, sehr viele...

Vor rund 30 Jahren wurde AD(H)S, damals noch POS (Psychoorganisches Syndrom) nur im anglogermansichen Sprachgebiet diagnostiziert. Im Sprachgebiet, deren Sprachen aus dem Lateinischen kommen (u.a. Frankreich, Italien) wurden ausschliesslich "Verhaltensstörungen" oder ähnliches diagnostiziert... Das fand ich damals sehr spannend.

Menschen mit AD(H)S sind oft hochsensibel, deshalb anfällig auf früher Verletzungen, aber auch auf Lebensmittel, die ihnen nicht gut tun, resp. sie reagieren sensibler. Sie reagieren aber auch sensibler auf Strukturlosigkeit, Inkongruenzen etc....

Zitat von Clematis23 Beitrag anzeigen
Selbst wenn in der Sonderschule alles richtig gemacht wird, es zuhause aber wegen der schwierigen Verhältnissen nicht ebenfalls konsequent durchgezogen wird, wie viel kann die Sonderschule dann ausrichten? Stehen Sonderschulpädagogen da nicht oft auf verlorenem Posten? Natürlich nicht immer...
In Sonderschulen wird wie an jedem anderen Ort auf dieser Welt nicht alles richtig gemacht, auch in keinem Elternhaus.
Es gibt verschiedene Modelle und Konzepte in Sonderschulen, auf jeden Fall in der Schweiz. Je nachdem, inwiefern mit den verschiedenen Beteiligten (Eltern, Schulbehörden, KESB, TherapeutInen der verschiedensten Richtungen, sozialpädagogische Familielnbegleitung, SozialpädagogInnen usw.) eine gemeinsame Zielsetzung finden, die vor allem für das Kind und dessen Eltern (auch Pflegeeltern, Grosseltern, wenn sie beteiligt sind...) bedeutungsvoll ist, kann ein positiver Prozess in Gang kommen.

Ziele müssen aber immer realistisch bleiben und entsprechen wohl nicht immer den Werten eines "erfolgreichen Durchschnittsmenschen". - Manchmal ist nur schon das Schützen und Tragenkönnen eines Kindes ein "Erfolg"....

Sonderschullehrpersonen, SozialpädagogInnen sind manchmal auf verlorenem Posten wie medizinisches Personal und Menschen in anderen Berufen, auch wie Eltern, wie überhaupt jeder Mensch. - Und du schreibst die Ergänzung "nicht immer".... - Stimmt! Mehr oder weniger häufig auch nicht.

Die gute alte Zeit, in der Kinder einfach austoben konnten, naja... viele wurden auch einfach geschlagen etc.... - Früher wurden sie eher als "böse", "schwer erziehbar" etc. angesehen. - Und es gab tatsächlich weniger Medien, weniger Wohlstand... - Beides hat grossen Einfluss, auch die gewandelten Werte: Wo man/frau sich früher anpassen musste und alle waren (mehr oder weniger) einverstanden, gilt jetzt in erster Linie der Individualismus. Jede/r soll sich selber entfalten, alles soll Spass machen...

ADHS gibt es nicht !
Clematis
Zitat von fauna Beitrag anzeigen
Ziele müssen aber immer realistisch bleiben und entsprechen wohl nicht immer den Werten eines "erfolgreichen Durchschnittsmenschen".

Jede/r soll sich selber entfalten, alles soll Spass machen...
Hallo Fauna,

"erfolgreiche Durchschnittsmenschen" - Du hast das ja schon in "" gesetzt.
Das ist meines Erachtens auch so ein UNwort bzw. Fehlbezeichnung. Der Mensch soll hier einem ganz bestimmten Modell entsprechen und einfach funktionieren und Leistung bringen. Menschen sind aber sehr unterschiedlich und wollen nicht wie Maschinen funktionieren - das macht sie krank!

Gegen individuelle Entfaltung ist m.E. nichts einzuwenden, so lange sie nicht auf Kosten anderer geht.

Alles soll Spaß machen ist dagegen eine Erwartungshaltung an das Leben, die dieses nicht erfüllen kann. Zu vieles geht im Leben "schief" (hoffentlich nicht ZU schief) und man muß lernen damit umzugehen, gelingt das, scheint danach auch wieder Sonne und die Erfahrung macht uns jedesmal widerstandsfähiger. Es ist doch dieses Wechselspiel, das unser Leben interessant macht. Würde alles immer Spaß machen, könnten wir das nicht schätzen, weil wir gar nicht wüßten wie das Gegenteil davon aussieht.

Dir, Fauna, wünsche ich, daß Du öfter mal Fortschritte bei Deinen Schützlingen erleben darfst, denn Du hast Dir einen anspruchsvollen Beruf erwählt.

Liebe Grüße,
Clematis23

ADHS gibt es nicht !

fauna ist offline
Beiträge: 1.536
Seit: 27.11.09
Hallo Clematis
Zitat von Clematis23 Beitrag anzeigen
"erfolgreiche Durchschnittsmenschen" - Du hast das ja schon in "" gesetzt.
Das ist meines Erachtens auch so ein UNwort bzw. Fehlbezeichnung. Der Mensch soll hier einem ganz bestimmten Modell entsprechen und einfach funktionieren und Leistung bringen. Menschen sind aber sehr unterschiedlich .....
Ich finde das kein Unwort, und die Anführungs- und Schlusszeichen habe ich sehr bewusst gesetzt. - Was die "Bandbreite der Normalität" ist, ändert sich immer wieder mal. - Aber es ist ein Fakt, dass es das einfach gibt. - Alle denken wir so, auch wenn wir es vor uns selber nicht zugeben möchten. Schau dir mal die Geschichte an. - Wie viele Gesetze, die es früher gab, wurden abgeschafft, wie viele Gesetze werden neu geschaffen? - Das ist auf Wertewandel und die Veränderung der Bandbreite der "Norm" (errechneter Durchschnitt) zurückzuführen.
Früher war der "Wert der Schulbildung" nicht so wie heute, deshalb gingen auch viel weniger Menschen ins Gymnasium. Es gab keine Sonderschulen, unter anderem weil die Vorstellungen "wie ein Kind in der Schule zu funktionieren hat" noch viel weniger genau waren... - Es sind zur Zeit v.a. die Normen der Mittelschicht, welche in unseren Schulen gelten... - Da wir viele Menschen aus anderen Kulturen haben mit ganz anderen Normen, gehören auch viele von denen zur "Gruppe der Schulversager". - Seltsamerweise wird bei denen viel weniger AD(H)S diagnostiziert.

Wer sich ausserhalb dieser Bandbreite (statistisch errechnet....- *lach*...) befindet, wird eine Diagnose erhalten. Bei Erwachsenen ist das dann oft "Persönlichkeitsstörung". Sie leiden unter ihrer "Persönlichkeit, die ausserhalb der Bandbreite ist", entweder durch Gesetzesübertretungen oder durch Selbstbehinderung. Die zweite Gruppe leidet meist subjektiv, die erste meist erst durch die Konsequenzen ihres Tuns.

Nun nochmals zurück zur Diagnose AD(H)S. Für einige Kinder und Familien ist sie ein Segen, wenn sie hilft, Schuldgefühle abzubauen und Hilfen anzunehmen, auch selber dazuzulernen (als betroffene Kinder und/oder Eltern, resp. andere Bezugspersonen). Aber wie das meiste auf unserer Welt kann jede Diagnose auch missbraucht werden.... - um eine Entschuldigung zu haben, dass Kinder einfach mit Medis ruhiggestellt werden, auch um die eigene Hilflosigkeit als Eltern, Fachpersonen etc. zu entschuldigen. - Mit AD(H)S kann viel Geld verdient werden wie mit beinahe allem auf der Welt.


Ja, und noch ein Gedanke zur jetzigen Zeit und der Beziehung zwischen Eltern und Kindern: Viele bis sehr viele Eltern sind "narzistisch mit ihren Kindern verbunden". Das heisst, wenn sie eine negative Rückmeldung über das Verhalten ihres Kindes bekommen, fühlen sie sich in ihrem Selbstbild angegriffen und können oft ihr Kind wohlwollend die Verantwortung übergeben. Auch das fördert "schwieriges Verhalten", für das es ja eine medizinische Diagnose gibt.... - wieder keine Eigenverantwortung....


Zitat von Clematis23 Beitrag anzeigen
"Gegen individuelle Entfaltung ist m.E. nichts einzuwenden, so lange sie nicht auf Kosten anderer geht.
Tja, das mag ja gut klingen, nur ist auch das nicht so einfach, wie es sein könnte oder müsste. - Wir haben in unseren Demokratien beschlossen, dass es zur "Chancengleichheit" eine allgemeine Schulpflicht gibt, auch damit alle ihren persönlichen Teil zum Gemeinwohl in Beruf und Freizeit beitragen können. Unsere politischen Systeme in Europa bauen auf den Kulturtechniken und auf mündigen Bürger/innen auf. - Wie werden unsere Kinder das, wenn sie keine Lust auf Schule haben... - Eigentlich würde es ja niemand anderen verletzen, wenn sie nicht zur Schule gehen würden. - Die Mehrheit der politischen EntscheiderInnen, sind der Meinung, dass sie zur Schule gehen müssen....


Zitat von Clematis23 Beitrag anzeigen
"Dir, Fauna, wünsche ich, daß Du öfter mal Fortschritte bei Deinen Schützlingen erleben darfst, denn Du hast Dir einen anspruchsvollen Beruf erwählt.
Herzlichen Dank für deine guten Wünsche. "Anspruchsvoller Beruf" ? - Auch das ist Ansichtssache, nicht? - Ich werde im Sommer in die Selbständigkeit wechseln, darauf freue ich mich.

ADHS gibt es nicht !
Clematis
Zitat von fauna Beitrag anzeigen
Was die "Bandbreite der Normalität" ist, ändert sich immer wieder mal
Hallo Fauna,

so weit kann ich Dir durchaus folgen. Doch frage ich mich: Was soll Normalität sein? Wer bestimmt das? Und darf man als Mensch nicht doch bestimmen, was man als Normal für sich selbst empfindet? Auch das kann bei jedem anders liegen, auch ohne, daß die Person auffällig wird oder anderen "ihre" Normalität abspricht. Seine eigene Normalität leben führt oft dazu, daß man schräg angesehen wird. Warum eigentlich?

Ein nicht ganz passendes, dafür klares Beispiel: es gibt von Natur aus Frühaufsteher, die früh morgens putzmunter und am leistungsfähigsten sind, daher abends früh ins Bett wollen, und Langschläfer, die abends erst munter werden und leistungsfähiger sind. Wer ist normal? Meines Erachtens beide, doch die Normalität verlangt den Frühaufsteher - auch vom abends Munteren. Letzterer wird sein Leben lang mit dem "Diktat" der sog. normalen Frühaufsteher zu kämpfen haben, weil er/sie stets gegen die eigene Veranlagung angehen muß.

Ja, und noch ein Gedanke zur jetzigen Zeit und der Beziehung zwischen Eltern und Kindern: Viele bis sehr viele Eltern sind "narzistisch mit ihren Kindern verbunden". Das heisst, wenn sie eine negative Rückmeldung über das Verhalten ihres Kindes bekommen, fühlen sie sich in ihrem Selbstbild angegriffen.
Hmmm, Kinder darf man bekommen, ohne zu wissen, wie man so ein kleines Wesen zum rundum Wohlbefinden fördern kann. Scherz: sollten Eltern erst eine Schule besuchen, bevor sie ein Kind bekommen dürfen?

"Chancengleichheit" eine allgemeine Schulpflicht gibt. Wie werden unsere Kinder das, wenn sie keine Lust auf Schule haben...
Chancengleichheit, ja, nur wie will man das in einem Einheits- bzw. NullAchtFünfzehn-System umsetzen, denn jedes Kind ist anders, hat unterschiedliche Veranlagungen usw., insoweit bleibt das eine Illusion. Ein Lehrer mit 30 Schülern kann nicht alle einzeln fördern.

Keine Lust auf Schule? Da kann man wirklich ändern. Kinder sind neugierig, sie fragen Muttern Löcher in den Bauch, wollen spielerisch lernen, kreativ sein usw. Unser Schulsystem zwingt die Kinder aber in ein Einheitskorsett, das ihnen die Lust auf Neugier, Dazulernen, eigenen Ideen folgen, Eigeninitiative, leicht vermiesen kann. Mehr von den Waldorfschulen, Montessori usw. übernehmen. Es gab schon viele Projekte mit neuen Ideen, die in ähnliche Richtungen gingen, die auch erfolgreich waren, auch für schwer erziehbare Jugendliche, aber sie werden letztlich dann gar nicht oder nur in ganz wenigen Schulen eingesetzt. Schade, nicht?

Da wäre mal interessant zu erfahren, ob es an Montessori, Waldorf u.ä. Schulen auch so viele ADHS Kinder gibt. Wenn es dort dieses Problem viel weniger oder gar nicht gäbe, käme man einer Lösung wieder ein Stückchen näher.

Herzlichen Dank für deine guten Wünsche. "Anspruchsvoller Beruf" ? - Auch das ist Ansichtssache, nicht? - Ich werde im Sommer in die Selbständigkeit wechseln, darauf freue ich mich.
Ansichtssache - stimmt auch schon wieder!

Dann viel Erfolg und Glück dabei, selbst Häuptlingsdame (=individualistisch?) zu sein!

Liebe Grüße,
Clematis23


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